Entspannungstrainer*in (Laudius)
Qualifizierung zur Anleitung von Entspannungsverfahren in Kursen, Workshops und Einzelsitzungen einschließlich einer Coaching-Grundausbildung
- Abschluss
- Institutsinternes Laudius-Zeugnis „Grundlagen Entspannungstraining“; Laudius-Zertifikat „Entspannungstrainer*in“ nach schriftlicher und mündlicher Abschlussprüfung
- Art
- institutsinterne Prüfung
- Studienform
- Fernstudium
- Regelstudienzeit
- 12 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 8 Std.
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 1.404 €
- Ratenzahlung
- 12 × 117 €
- Nur digitale Lernunterlagen
- 1.284 € (12 × 107 €)
Regulärpreis laut Kursseite (Stand 2026-10-09); das ZFU-Register beschreibt unter derselben Nummer die sechsmonatige Fassung ohne Coaching-Teil.
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Progressive Muskelentspannung ist in zehn Minuten erklärt. Eine Gruppe gestresster Erwachsener so hindurchzuführen, dass sie die Übung nach ein paar Wochen allein zu Hause macht, ist dagegen Handwerk – und dieses Handwerk will der Laudius-Lehrgang vermitteln. Neben der Muskelentspannung lernst du Autogenes Training bis zur Oberstufe, Atemtechniken, Elemente aus Tai Chi und Qigong, Meditation und Fantasiereisen kennen, jeweils mit Übungsvorlagen, Gegenanzeigen und Ideen für eigene Kurseinheiten. Knapp die Hälfte des Stoffs ist allerdings keine Entspannungslehre, sondern eine vorgeschaltete Coaching-Grundausbildung: Selbstfürsorge und Haltung, Widerstände und Motivation, Gesprächsführung, rechtssicheres und ethisches Arbeiten. Ein Jahr sieht Laudius für beides vor, mit acht Lernstunden pro Woche und zwei Online-Seminaren; vor dem Zertifikat stehen eine schriftliche Prüfung und ein Prüfungsgespräch. Bringst du eine Coaching- oder Trainerausbildung schon mit, führt der Aufbaukurs in der halben Zeit zum selben Zertifikat. Am Ende steht mehr als Übungswissen: Der Didaktikteil liefert Aufnahmebogen, Evaluationsvorlagen und ausgearbeitete Seminardesigns – vom Firmenworkshop über ein Retreat im Kloster bis zum Kurs für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder Ängsten –, dazu ein Lernheft zur Selbstständigkeit vom Honorarauftrag bis zur eigenen Praxis.
Inhalte
- Grundlagen: Berufsbild, Gesundheitsmodelle, Stress und Neurobiologie, Indikationen und Gegenanzeigen von Entspannungsverfahren
- Körperbezogene Verfahren: Progressive Muskelentspannung, Atemtechniken, Tai Chi und Qigong, Entspannung in der Natur, Massagen, Wasseranwendungen und Sauna
- Kognitive Verfahren I: Glaubenssätze und Mindset, Elemente aus Kinesiologie und Jin Shin Jyutsu, Klopftechniken
- Kognitive Verfahren II: Autogenes Training von der Grund- bis zur Oberstufe, Achtsamkeit, Kurzentspannung für den Alltag
- Verfahren für die Seele: Meditation, Fantasiereisen und Imagination, Entspannung durch Düfte, Farben und Klänge
- Methodik und Didaktik: Kursplanung, Zielgruppen von Kindern bis Klinik, Seminardesigns, digitale Formate, Selbstständigkeit
- Coaching: personale Kompetenz (Selbstfürsorge, Haltung, Selbstmanagement, Glaubenssätze und Stärken)
- Coaching: Aktivitäts- und Handlungskompetenz (Widerstände, Motivieren und Führen, Prozessmanagement)
- Coaching: sozial-kommunikative Kompetenz (Krisen, Ressourcen, Beziehungsgestaltung, Gesprächsführung)
- Coaching: Fach- und Methodenkompetenz (pädagogische und psychologische Methoden, rechtssicheres Handeln, Ethik)
- Beratungs-, Coaching- und Trainingstheorie mit Abgrenzung der drei Rollen
Karriere
Kurse für Selbstzahlende und Bildungsträger
Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, Studios und Hotels buchen Entspannungskurse auf Honorarbasis; mit eigenem Kursprogramm unterrichtest du auch in selbst gemieteten Räumen.
Betriebliche Gesundheitsförderung
Unternehmen fragen kurze Formate gegen Stress nach – Mittagspausen-Sequenzen, Workshops, mehrwöchige Kursreihen –, direkt oder über Dienstleister für betriebliches Gesundheitsmanagement.
Zugangsvoraussetzungen
Keine speziellen Vorkenntnisse.
Vom Autogenen Training bis zum Muskeltest: welche Verfahren die Krankenkassen fördern
Der Methodenkoffer dieses Lehrgangs ist breit, und nicht alles darin steht auf demselben Fundament. In Präventionskursen fördern die gesetzlichen Krankenkassen laut ihrem Leitfaden Prävention genau fünf: Progressive Relaxation, Autogenes Training in der Grundstufe, Hatha-Yoga, Tai-Chi und Qigong – vermittelt ohne weltanschauliche Färbung und ohne Heilungsversprechen. Vier davon kommen im Lehrgang vor: Muskelentspannung und Autogenes Training mit eigenen Lernheften und Übungsvorlagen, Tai Chi und Qigong als Einführung; Hatha-Yoga fehlt. Daneben stehen Ansätze wie kinesiologische Muskeltests, Meridian-Klopftechniken, Jin Shin Jyutsu oder Farbtherapie, deren Erklärungsmodelle wissenschaftlich nicht belegt sind. Laudius stellt bei jedem Verfahren die Studienlage dar, und diese Abschnitte verdienen deine Aufmerksamkeit: Sie entscheiden, was du später guten Gewissens anbieten kannst. Entspannung versprechen lässt sich mit jedem dieser Verfahren, Heilung mit keinem – Werbeaussagen zu Krankheiten setzt auch außerhalb der Kassenkurse das Heilmittelwerbegesetz enge Grenzen. Dies ist Orientierung, keine Rechtsberatung.
Verwandte Studiengänge
Zusätzliche Informationen
Lehrgangsbeginn jederzeit, 4 Wochen kostenloses Probestudium; die Regelstudienzeit von 12 Monaten kann um bis zu 36 Monate kostenlos überschritten werden. Zu den Lernheften kommen Audiodateien und Videos zum Mitüben.
Häufige Fragen
- Reicht das Zertifikat für Entspannungskurse mit Krankenkassenzuschuss?
- Allein nicht. Wer PMR- oder AT-Kurse mit Kassenförderung leiten will, braucht laut Leitfaden Prävention einen staatlich anerkannten Abschluss aus einem Gesundheits- oder Sozialberuf oder ein entsprechendes Studium, und den praktischen Ausbildungsteil von 90 Stunden erkennt er nur an, wenn er in Präsenz stattgefunden hat. Wer einen passenden Grundberuf hat, kann mit dem Lehrgang fehlende Theorie ergänzen; ob die Zentrale Prüfstelle Prävention ihn anrechnet, prüft sie anhand von Inhalten und Stundenumfang. Dies ist Orientierung, keine Rechtsberatung.
- Was tue ich, wenn sich jemand mit einer psychischen Erkrankung für meinen Kurs anmeldet?
- Klär das vor dem Kurs, etwa mit dem Aufnahmebogen aus dem Didaktikteil. Bei schweren, behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen sind Entspannungskurse laut Leitfaden Prävention kontraindiziert, und eine Psychotherapie ersetzen sie ohnehin nicht. In leichteren Fällen kann eine Teilnahme nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Therapeuten passen; der Lehrgang zeigt, wie du Übungen dann anpasst. Keine medizinische Beratung.
- Prüfung oder keine Prüfung – was unterscheidet den SGD-Lehrgang?
- Beide dauern ein Jahr. Bei Laudius endet der Weg zum Zertifikat mit einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung, und ein Coaching-Teil ist eingebaut. Der SGD-Lehrgang kommt ohne Prüfung aus, setzt eigene Erfahrung mit einem Entspannungsverfahren voraus, plant rund zehn Wochenstunden und enthält ein zweitägiges Präsenzseminar; inhaltlich legt er mehr Gewicht auf Stimme und Sprechen in der Anleitung, Laudius auf die Breite der Verfahren.
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Stand: 9. Oktober 2026 · getstudium Redaktion
