Bioingenieurwesen (B.Eng.)
Prüfung zum Bachelor of Engineering im Studiengang Bioingenieurwesen
- Abschluss
- Bachelor of Engineering (B.Eng.)
- Art
- Hochschul-Bachelor
- Studienform
- Fernstudium
- Credit-Points
- 210 ECTS
- Regelstudienzeit
- 42 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 20 Std.
- Selbstlernen gesamt
- 3522 Std.
- Präsenz
- Fünf Vor-Ort-Seminare in Darmstadt laut Register; Klausuren an Prüfungsstandorten oder online
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 16.013 €
- Ratenzahlung
- 42 × 381 €
Kostenblock laut ZFU-Register (Stand 2026-09-08) für das siebensemestrige Profil mit 210 CP; das sechssemestrige Profil mit 180 CP ist kürzer und günstiger, die Kursseite nennt nur einen Einstiegspreis pro Monat
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Bioingenieurwesen ist die Disziplin, die aus einer Zellkultur einen Produktionsprozess macht: Impfstoffe, Enzyme, Biokunststoffe, Lebensmittelzusätze, Kläranlagen – überall, wo Organismen technisch genutzt werden, braucht es Menschen, die Biologie und Ingenieurwesen zugleich beherrschen. Der WBH-Bachelor legt beides nebeneinander: Biologie und Biochemie, Mikro- und Molekularbiologie, physikalische Chemie auf der einen Seite; Mechanik, Thermodynamik, Fluidmechanik, Wärme- und Stofftransport, Apparate- und Anlagentechnik auf der anderen. Bioverfahrenstechnik, Biotechnologie und Prozesssimulation führen sie zusammen. Die Vertiefung ist ungewöhnlich flexibel: Du wählst drei Module aus einer Richtung – Medizintechnik, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik – und drei weitere aus den anderen, darunter Medizinische Produktzulassung, Lebensmitteltechnologie, Kreislaufwirtschaft oder Wiederverwertung von Biomasse. Zwei Studienprofile stehen zur Wahl: sieben Semester mit 210 Punkten, wie im Register verzeichnet, oder sechs Semester mit 180 Punkten. Die berufspraktische Phase beginnt ab dem vierten Semester und wird bei einschlägiger Tätigkeit anerkannt. Laborpraxis bleibt im Fernstudium naturgemäß knapp; der Studiengang gleicht das mit Prozesssimulation und den fünf Präsenzterminen in Darmstadt aus, die im Register stehen, und rechnet mit etwa zwanzig Stunden Selbststudium pro Woche. Wer das 210-Punkte-Profil wählt, ist direkt masterfähig. Der Vorkurs Mathematik ist für Rückkehrer:innen ernst gemeint.
Inhalte
- Einführung Ingenieurpraxis, Mathematik I, Naturwissenschaftliche Grundlagen I und II, Grundlagen Informatik, Quantitative Entscheidungsinstrumente
- Biologie und Biochemie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Physikalische Chemie, Chemische Reaktionen und Werkstoffe
- Einführung in die Elektrotechnik, Technische Mechanik I, Technische Thermodynamik, Fluidmechanik, Wärme- und Stofftransport
- Mechanische Verfahrenstechnik, Bioverfahrenstechnik, Apparate- und Anlagentechnik, Biotechnologie, Prozesssimulation
- Betriebswirtschaftslehre, Interkulturelle Kommunikation, Umweltrecht für Ingenieure, Ingenieurwissenschaftliches Projekt
- Vertiefung (3 Module einer Richtung + 3 Module anderer Richtungen, je 6 CP): Medizintechnik (Grundlagen der Medizin, Diagnose- und Therapietechnik, Medizinische Informationssysteme, Produktzulassung), Verfahrenstechnik (Thermische Verfahrenstechnik, Sicherheit in der Chemieproduktion, Verpackungen, Lebensmitteltechnologie), Umwelttechnik (Kreislaufwirtschaft, Umwelttechnik II, Geologie und Ökologie, Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft), Freie Wahl (u. a. Wiederverwertung von Biomasse, Technikfolgenabschätzung)
- Berufspraktische Phase (12 CP, ab 4. Semester), Bachelorarbeit und Kolloquium (12 CP)
Karriere
Biotechnologische Produktion und Pharma
Fermentation, Aufarbeitung und Anlagenbetrieb bei Herstellern pharmazeutischer Wirkstoffe, Enzyme und biobasierter Produkte – das Kernfeld der Bioverfahrenstechnik.
Lebensmittel- und Kosmetikindustrie
Prozessentwicklung, Qualitätssicherung und Verfahrensoptimierung in Branchen, in denen Mikrobiologie und Verfahrenstechnik täglich zusammenkommen.
Umwelt- und Medizintechnik
Abwasser- und Abfallbehandlung, nachwachsende Rohstoffe oder medizintechnische Geräteentwicklung – je nach Vertiefung öffnen sich beide Felder.
Zugangsvoraussetzungen
Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife oder eine vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst als gleichwertig anerkannte Berechtigung; ohne Abitur mit Meister-, Fachwirt- oder Technikerabschluss direkt, mit dreijähriger Ausbildung (Note 2,5) und zwei Jahren Berufspraxis über die Hochschulzugangsprüfung nach zwei Leistungssemestern
Zwischen Biologie und Anlagenbau – Profil, Labore und die 180-oder-210-Frage
Bioingenieurwesen unterscheidet sich von Biotechnologie-Studiengängen an Universitäten durch die Gewichtung: weniger Grundlagenforschung, mehr Verfahren, Apparate und Anlagen. Das ist die Stärke für den Berufseinstieg in die Industrie – Bioreaktoren auslegen, Prozesse simulieren, Anlagen sicher betreiben – und die Grenze für alle, die in die molekularbiologische Forschung wollen; dafür ist ein universitärer Bachelor mit Laborpraktika der bessere Weg. Denn Laborpraxis ist im Fernstudium der wunde Punkt: Die fünf Seminartage in Darmstadt aus dem Register ersetzen keine Laborsemester, und die WBH setzt stattdessen auf Prozesssimulation als Modul und auf die berufspraktische Phase, die bei Tätigkeit in einem einschlägigen Betrieb anerkannt wird. Wer schon im Labor oder in der Produktion arbeitet, profitiert davon doppelt. Zur Profilwahl: Das siebensemestrige Profil mit 210 Punkten ist im Register verzeichnet und macht direkt masterfähig; das sechssemestrige mit 180 Punkten spart ein Semester und Geld, verlangt für einen Master aber später eine Homogenisierungsphase. Die Vertiefung ist so gebaut, dass du sie nicht früh entscheiden musst: im sechsten Semester drei Module aus einer Richtung, im siebten drei frei gewählte – ein Medizintechnik-Profil mit Produktzulassung, ein Lebensmittel-Profil mit Verpackung und Lebensmitteltechnologie oder ein Umwelt-Profil mit Kreislaufwirtschaft sind gleichermaßen möglich. Rechtlich relevant: Umweltrecht für Ingenieure und Sicherheit in der Chemieproduktion behandeln die Regelwerke, die in Biotech-Anlagen gelten, von Gentechnikrecht bis Störfallverordnung. Aufwand laut Register: etwa zwanzig Stunden pro Woche über 42 Monate, die sich kostenlos um 21 Monate strecken lassen.
Verwandte Studiengänge
Zusätzliche Informationen
Kostenlose Verlängerung der Studienzeit um 21 Monate; Studienprofile 7 Semester (210 CP) oder 6 Semester (180 CP); Vertiefungsrichtung kann später festgelegt werden; Vorkurs Mathematik der WBH empfohlen; Anrechnung von Vorleistungen mit Gutschrift je ECTS-Punkt.
Häufige Fragen
- Wie viel Labor gibt es im Fernstudium?
- Im Register stehen fünf Präsenztermine in Darmstadt; die knappe Laborzeit gleichen Prozesssimulation und die berufspraktische Phase aus. Wer im Labor oder in der Produktion arbeitet, kann diese Tätigkeit anrechnen lassen.
- 180 oder 210 Punkte – was ist der Unterschied?
- Das siebensemestrige Profil mit 210 CP enthält ein zusätzliches Vertiefungssemester und macht direkt masterfähig; das sechssemestrige mit 180 CP ist kürzer und günstiger, für einen Master kann eine Homogenisierungsphase nötig werden.
- Muss ich mich früh für eine Vertiefung entscheiden?
- Nein. Die Vertiefungsmodule liegen im sechsten und siebten Semester, und die Kursseite bietet an, die Richtung später festzulegen.
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Stand: 11. Juni 2026 · getstudium Redaktion
