Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/in (IHK)
Vorbereitung auf die IHK-Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/in gemäß Verordnung vom 22. November 2004
- Abschluss
- Fortbildungsprüfung vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) – Abschluss „Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/in (IHK)“; SGD-Abschlusszeugnis nach erfolgreicher Kursteilnahme
- Art
- öffentlich-rechtliche Prüfung
- Studienform
- Fernstudium
- Regelstudienzeit
- 18 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 11 Std.
- Selbstlernen gesamt
- 851 Std.
- Präsenz
- Drei Online-Veranstaltungen zur Vertiefung und Prüfungsvorbereitung (insgesamt rund 100 Stunden, davon acht Stunden verpflichtend), im Preis enthalten
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 3.870 €
- Ratenzahlung
- 18 × 215 €
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Meisterbrief oder Technikerabschluss in der Hand, aber die Stellen, die dich interessieren, verlangen betriebswirtschaftliches Denken? Genau für diese Situation gibt es den Geprüften Technischen Betriebswirt (IHK): die Aufstiegsfortbildung, die technisch Qualifizierten die kaufmännische Seite der Unternehmensführung beibringt – Rechnungswesen, Controlling, Finanzierung, Steuern, Marketing, Personal – und sie damit auf Niveau 7 des Qualifikationsrahmens hebt, dieselbe Stufe wie ein Master. Der SGD-Lehrgang ist mit 69 Studienheften, davon zehn Fallstudien, der umfangreichste in dieser Reihe und deckt 13 Themenfelder ab – von den volkswirtschaftlichen Grundlagen über Kosten- und Leistungsrechnung, Investitionsrechnung und Steuerarten bis zu Produktionswirtschaft, Materialwirtschaft und Führung. Weil die Zielgruppe die Technik schon mitbringt, liegt der Schwerpunkt konsequent auf dem Kaufmännischen. Drei Online-Veranstaltungen und eine Anleitung zur Projektarbeit gehören dazu; 18 Monate bei zehn bis zwölf Wochenstunden sind der Rahmen. Die Zulassung ist eng gefasst und das ist der Punkt, den du vorab prüfen solltest: Industriemeister oder vergleichbare Meisterprüfung, staatlich geprüfte:r Techniker:in, Technischer Fachwirt (IHK) oder ein Ingenieurabschluss mit zwei Jahren Praxis. Die IHK-Prüfung – schriftliche Teile, Projektarbeit und Fachgespräch – ist gesondert zu bezahlen; als Aufstiegsfortbildung ist der Lehrgang förderfähig.
Inhalte
- Volkswirtschaftliche Grundlagen: Wirtschaftskreislauf, Geld und Kredit, Konjunktur, Wirtschaftspolitik, Außenwirtschaft, EU-Wirtschaftsordnung
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen: Standort, Unternehmensformen und -zusammenschlüsse, Produktions- und Kostentheorie, Finanzierung und Investition, Kennzahlen, betriebliche Funktionsbereiche
- Rechnungswesen: doppelte Buchführung, Jahresabschluss und Analyse, Vorschriften für Kaufleute und Kapitalgesellschaften
- Kosten- und Leistungsrechnung: Kostenarten, kalkulatorische Kosten, Kostenrechnungssysteme
- Controlling: Grundlagen, Kennzahlen, Kosten- und Erfolgscontrolling, Aufbau eines Controllingsystems
- Finanzierung und Investition: Finanzplanung und -analyse, Innen- und Außenfinanzierung, statische und dynamische Investitionsrechnung, Nutzwertanalyse
- Steuern: Abgabenordnung, Einkommen-, Lohn-, Gewerbe-, Umsatz- und Körperschaftsteuer, Rechtsbehelfsverfahren, Fallstudie
- Materialwirtschaft: Beschaffung und Einkauf, Lagerwirtschaft, Vorratshaltung
- Produktionswirtschaft: Produktionsplanung und -steuerung, Qualitätsmanagement und ISO 9000, Arbeitssicherheit, Rationalisierung, Wertanalyse, CIM, PPS, Betriebsdatenerfassung
- Absatzwirtschaft: Marketingplanung, -strategie und -instrumente
- Management und Führung: Betriebsorganisation, Entscheidung und Kontrolle, Problemlösungstechniken, Betriebsstatistik, Unternehmensplanung, Projektmanagement, Mitarbeiterführung, Moderation, Selbstorganisation
- Informations- und Kommunikationstechniken: Datenschutz, Datensicherheit, Informationsverarbeitung im Unternehmen
- Personalmanagement: Planung, Beschaffung, Führung, Beurteilung und Entwicklung, Entlohnung, Aus- und Weiterbildung, kollektives Arbeitsrecht, betriebliches Sozialwesen
Karriere
Betriebs- und Produktionsleitung
Die Kombination aus technischem Beruf und betriebswirtschaftlichem Abschluss ist der klassische Weg zur Leitung von Produktion, Instandhaltung oder technischem Betrieb.
Technischer Vertrieb und Projektleitung
Wer Kalkulation, Finanzierung und Marketing beherrscht, verantwortet Kundenprojekte und Angebote in Anlagenbau, Maschinenbau und technischen Dienstleistungen.
Geschäftsführung im Handwerk und technischen Mittelstand
Für Meister:innen ist der Technische Betriebswirt die Qualifikation, mit der Betriebsübernahme oder Geschäftsführung kaufmännisch tragfähig wird.
Zugangsvoraussetzungen
Berufspraxis im gewerblich-technischen oder kaufmännischen Bereich; technische Voraussetzung: PC mit Internetzugang
Meister-Plus auf Master-Niveau – Zulassung, Prüfung und der Vergleich zum Betriebswirt (IHK)
Der Technische Betriebswirt ist einer von zwei IHK-Betriebswirten. Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) setzt einen kaufmännischen Fachwirt voraus; der Technische Betriebswirt setzt eine technische Aufstiegsqualifikation voraus – Industriemeister, vergleichbare Meisterprüfung, staatlich geprüfte:r Techniker:in, Technischer Fachwirt oder ein Ingenieurabschluss mit zwei Jahren Praxis. Beide stehen auf DQR-Niveau 7. Die Prüfung nach der Verordnung von 2004 besteht aus zwei schriftlichen Prüfungsteilen – wirtschaftliches Handeln und betriebliche Leistungsprozesse sowie Management und Führung – und einer Projektarbeit mit Fachgespräch; die SGD-Anleitung zur Projektarbeit und die zehn Fallstudien zielen darauf. Ehrlich ist auch: Die Verordnung ist zwanzig Jahre alt und trägt noch nicht die Bezeichnung „Master Professional“; inhaltlich lernst du klassische Betriebswirtschaft mit Produktionsbezug, keine Digitalisierungsagenda. Die Kammergebühr kommt obendrauf; Aufstiegs-BAföG oder Bildungsgutschein können den Lehrgang finanzieren. Wer statt der Meisterlaufbahn einen Hochschulweg sucht, vergleicht mit einem berufsbegleitenden Wirtschaftsingenieur-Bachelor – teurer und länger, aber akademisch.
Verwandte Studiengänge
Zusätzliche Informationen
69 Studienhefte, davon 10 Fallstudien, und eine Anleitung für die Projektarbeit; die IHK erhebt eine gesonderte Prüfungsgebühr; Förderung über Aufstiegs-BAföG oder Bildungsgutschein möglich; Betreuungszeit kostenlos verlängerbar; 4 Wochen kostenlos testen; DQR-Niveau 7.
Häufige Fragen
- Reicht eine technische Ausbildung ohne Meister?
- Für den Lehrgang ja, für die IHK-Prüfung nein: Zugelassen werden Industriemeister:innen und vergleichbare Meister:innen, staatlich geprüfte Techniker:innen, Technische Fachwirte (IHK) und Ingenieur:innen mit zwei Jahren Praxis. Ohne diese Stufe ist der Technische Fachwirt der passende Zwischenschritt.
- Warum 69 Studienhefte?
- Der Lehrgang holt die gesamte Betriebswirtschaft nach – VWL, Rechnungswesen, Kostenrechnung, Controlling, Finanzierung, Steuern, Material- und Produktionswirtschaft, Marketing, Führung, Personal. Zehn Hefte sind Fallstudien, die das Prüfungsformat trainieren.
- Was ist an den Veranstaltungen verpflichtend?
- Laut ZFU-Register sind von den rund 100 Seminarstunden acht verpflichtend; die SGD beschreibt drei Online-Veranstaltungen zur Vertiefung und Prüfungsvorbereitung, deren Kosten enthalten sind.
- Ist der Abschluss dem Master gleichgestellt?
- Er ist auf DQR-Niveau 7 eingeordnet, also gleichwertig zum Master eingestuft, aber kein akademischer Grad. In der Industrie ist die Kombination Meister plus Technischer Betriebswirt eine anerkannte Führungsqualifikation.
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Stand: 7. Juli 2026 · getstudium Redaktion
