Geprüfte/r Industriefachwirt/in (IHK)
Vorbereitung auf die IHK-Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte/r Industriefachwirt/in gemäß Verordnung vom 25. Juni 2010
- Abschluss
- Fortbildungsprüfung vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) – Abschluss „Geprüfte/r Industriefachwirt/in (IHK)“; SGD-Abschlusszeugnis nach erfolgreicher Kursteilnahme
- Art
- öffentlich-rechtliche Prüfung
- Studienform
- Fernstudium
- Regelstudienzeit
- 18 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 12 Std.
- Selbstlernen gesamt
- 1238 Std.
- Präsenz
- Drei Online-Veranstaltungen zur Vertiefung des Lernstoffs und zur Prüfungsvorbereitung, im Preis enthalten
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 4.122 €
- Ratenzahlung
- 18 × 229 €
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Industriekaufleute stehen nach ein paar Berufsjahren oft an derselben Stelle: Die Sachbearbeitung ist Routine, die nächste Ebene verlangt einen Abschluss. Der Geprüfte Industriefachwirt (IHK) ist genau dafür gemacht – der kaufmännische Aufstiegsabschluss für produzierende Unternehmen, mit Produktionsprozessen, Finanzwirtschaft, Marketing und Führung im Prüfungsstoff. Die Prüfung ist zweiteilig, und der SGD-Lehrgang folgt dieser Struktur: Der erste Teil „Wirtschaftsbezogene Qualifikationen“ deckt Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Recht/Steuern sowie Unternehmensführung ab – er ist bei allen kaufmännischen IHK-Fachwirten weitgehend gleich. Der zweite Teil „Handlungsspezifische Qualifikationen“ ist der industriespezifische Kern: Investitions- und Finanzplanung, Produktionssteuerung und Qualitätsmanagement, Marketing und Vertrieb, Wissensmanagement, Führung und Projektarbeit. 58 Studienhefte in 18 Monaten bei etwa zwölf Wochenstunden; drei Online-Veranstaltungen sind enthalten. Die Zweiteilung hat eine praktische Seite: Für den ersten Prüfungsteil kannst du dich früher anmelden als für den zweiten, der zusätzliche Berufspraxis voraussetzt – kläre den Fahrplan mit deiner IHK, bevor du startest. Beide Teile kosten Prüfungsgebühr. Der Abschluss ist förderfähig und führt als Bachelor-Professional-Stufe weiter zum Geprüften Betriebswirt (IHK).
Inhalte
- Wirtschaftsbezogene Qualifikationen – Volks- und Betriebswirtschaftslehre: volkswirtschaftliche Grundlagen, betriebliche Funktionen, Existenzgründung, Rechtsformen, Unternehmenszusammenschlüsse
- Wirtschaftsbezogene Qualifikationen – Rechnungswesen: Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Auswertung betriebswirtschaftlicher Zahlen, Planungsrechnung
- Wirtschaftsbezogene Qualifikationen – Recht und Steuern: Privat-, Handels-, Wettbewerbs-, Arbeits- und Insolvenzrecht, Unternehmensrechtsformen
- Wirtschaftsbezogene Qualifikationen – Unternehmensführung: Organisationsentwicklung, Mitarbeiterführung, Personalwirtschaft, Managementsysteme
- Handlungsspezifische Qualifikationen – Finanzwirtschaft: Investitions- und Finanzplanung, Finanzanalyse, Innen- und Außenfinanzierung
- Handlungsspezifische Qualifikationen – Produktionsprozesse: Verfahren, Programm, Steuerung, Qualitätsmanagement, Rationalisierung, Lagerwirtschaft, ökologische Aspekte
- Handlungsspezifische Qualifikationen – Marketing und Vertrieb: Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik, internationales Marketing
- Handlungsspezifische Qualifikationen – Wissens- und Transfermanagement im Industrieunternehmen
- Handlungsspezifische Qualifikationen – Führung und Zusammenarbeit: Unternehmensplanung, Führungsverhalten, Personalentwicklung, Projektmanagement, Controlling
Karriere
Kaufmännische Leitung in Produktionsbetrieben
Einkauf, Disposition, Vertriebsinnendienst oder Controlling in Industrieunternehmen – der Fachwirt qualifiziert für die Team- und Abteilungsleitung dieser Bereiche.
Schnittstelle Produktion und Verwaltung
Produktionsplanung, Qualitätsmanagement und Kostenrechnung sind Prüfungsstoff – gefragt in Rollen wie Arbeitsvorbereitung, Produktionscontrolling oder Prozessverantwortung.
Assistenz der Geschäftsführung im Mittelstand
Wer Finanzwirtschaft, Recht und Führung gleichermaßen beherrscht, ist in mittelständischen Industriebetrieben die klassische rechte Hand der Geschäftsleitung.
Zugangsvoraussetzungen
Kaufmännische Vorkenntnisse oder Berufspraxis in einem Industrieunternehmen; PC-Anwenderkenntnisse; technische Voraussetzung: PC mit Internetzugang
Zwei Prüfungsteile, zwei Zulassungen – so planst du den Industriefachwirt
Anders als die 2019 neu geordneten Fachwirte folgt der Industriefachwirt noch der Verordnung von 2010 mit getrennten Prüfungsteilen. Der erste Teil, „Wirtschaftsbezogene Qualifikationen“, ist kammerübergreifend standardisiert und wird für andere Fachwirte anerkannt – wer ihn bestanden hat, kann später mit weniger Aufwand einen zweiten Fachwirt draufsetzen. Die Zulassung dazu ist niedrigschwellig: eine dreijährige kaufmännische oder verwaltende Ausbildung oder entsprechende Berufspraxis. Der zweite Teil, „Handlungsspezifische Qualifikationen“, setzt den bestandenen ersten Teil und zusätzliche einschlägige Berufspraxis voraus; hier liegen Produktion, Finanzwirtschaft, Marketing und Führung. Für die Zeitplanung heißt das: Rechne mit zwei Prüfungsanmeldungen, zwei Gebühren und einem Abstand zwischen den Teilen, den deine Praxisjahre vorgeben – die SGD empfiehlt 18 Monate, das Register kalkuliert rund 1.240 Stunden Selbstlernzeit, also eher 16 als 12 Wochenstunden, wenn du in der Regelzeit bleiben willst. Aufstiegs-BAföG und Bildungsgutschein sind mögliche Finanzierungen; eingestuft ist der Abschluss auf DQR-Niveau 6.
Verwandte Studiengänge
Zusätzliche Informationen
58 Studienhefte; die IHK erhebt Prüfungsgebühren in unterschiedlicher Höhe, gesondert für beide Prüfungsteile; Förderung über Aufstiegs-BAföG oder Bildungsgutschein möglich; Betreuungszeit kostenlos verlängerbar; 4 Wochen kostenlos testen; DQR-Niveau 6.
Häufige Fragen
- Kann ich den ersten Prüfungsteil vorziehen?
- Ja, das ist der übliche Weg: Der Teil „Wirtschaftsbezogene Qualifikationen“ hat eigene, niedrigere Zulassungsvoraussetzungen. Der zweite Teil setzt den bestandenen ersten und weitere Berufspraxis voraus – die Reihenfolge und Fristen klärst du mit deiner IHK.
- Wie viel Zeit pro Woche ist realistisch?
- Die SGD empfiehlt rund zwölf Stunden; das ZFU-Register weist etwa 1.240 Stunden Selbstlernzeit für 18 Monate aus, also eher 16 Stunden. Wer weniger Zeit hat, nutzt die kostenlose Verlängerung der Betreuungszeit.
- Industriefachwirt oder Wirtschaftsfachwirt?
- Der erste Prüfungsteil ist identisch. Der Industriefachwirt vertieft Produktion, Finanzwirtschaft und Industriemarketing; der Wirtschaftsfachwirt ist branchenneutral. Wer im produzierenden Gewerbe bleiben will, wählt den Industriefachwirt.
- Sind die Online-Veranstaltungen Pflicht?
- Die drei Online-Veranstaltungen sind im Preis enthalten und dienen der Vertiefung und Prüfungsvorbereitung; eine Teilnahmepflicht für die IHK-Zulassung besteht nicht.
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Stand: 18. Juli 2026 · getstudium Redaktion
