Geprüfte/r Kaufmännische/r Fachwirt/in (HwO) – Bachelor Professional für Kaufmännisches Management
Vorbereitung auf die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte/r Kaufmännische/r Fachwirt/in nach der Handwerksordnung – Bachelor Professional für Kaufmännisches Management (HwO) vor der Handwerkskammer, wahlweise inklusive berufs- und arbeitspädagogischer Qualifikation (AEVO)
- Abschluss
- Fortbildungsprüfung vor einer Handwerkskammer (HWK) – Abschluss „Geprüfte/r Kaufmännische/r Fachwirt/in nach der Handwerksordnung – Bachelor Professional für Kaufmännisches Management (HwO)“; SGD-Abschlusszeugnis nach Bearbeitung aller Einsendeaufgaben
- Art
- a) öffentlich-rechtliche Prüfung b) institutsinterne Prüfung
- Studienform
- Fernstudium
- Regelstudienzeit
- 22 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 9 Std.
- Selbstlernen gesamt
- 663 Std.
- Präsenz
- Fünftägige Präsenzveranstaltung zur Vorbereitung auf die Fachwirt-Prüfung (laut Register in Hamburg, 40 Unterrichtseinheiten) sowie drei Online-Seminare; in der Variante mit AEVO zusätzlich eine dreitägige Online-Veranstaltung zur AEVO-Prüfung; Veranstaltungskosten im Preis enthalten
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 4.158 €
- Ratenzahlung
- 22 × 189 €
- Ohne berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation (AEVO), 18 Monate
- 3.402 € (18 × 189 €)
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Im Handwerk läuft die kaufmännische Seite oft nebenher – bis der Betrieb wächst, die Nachfolge ansteht oder die Bank Zahlen sehen will. Der Kaufmännische Fachwirt nach der Handwerksordnung ist die Aufstiegsfortbildung für genau diese Rolle: die Person, die in einem Handwerksbetrieb oder kleinen Unternehmen Rechnungswesen, Controlling, Marketing und Personal professionell führt. Anders als die IHK-Fachwirte legst du die Prüfung vor der Handwerkskammer ab; der Abschluss trägt den Zusatz „Bachelor Professional für Kaufmännisches Management“ und steht auf DQR-Niveau 6. Die SGD bietet den Lehrgang in zwei Varianten an. Die längere enthält die berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation – den Stoff der Ausbildereignungsprüfung – und dauert 22 Monate mit 40 Studienheften; die kürzere lässt diesen Teil weg und kommt mit 18 Monaten und 34 Heften aus. Fünf Handlungsfelder bilden den Kern: Wettbewerbsfähigkeit analysieren, Marketing gestalten, Rechnungswesen und Finanzierung, Personalwesen sowie Prozessoptimierung. Situationsaufgaben und Lernaufgabensammlungen üben das Prüfungsformat; eine fünftägige Präsenzveranstaltung und drei Online-Seminare sind enthalten. Die Entscheidung zwischen den Varianten hängt an einer Regel der Prüfungsordnung: Ohne Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikation gibt es keinen Fachwirt-Abschluss. Wer den Ausbilderschein oder Teil IV der Meisterprüfung schon hat, spart mit der kurzen Variante vier Monate; alle anderen brauchen die lange. Die Kammergebühr kommt in beiden Fällen hinzu, das Aufstiegs-BAföG steht in beiden offen.
Inhalte
- Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen analysieren und fördern: volkswirtschaftliche Einflüsse, politische Entscheidungsfelder, Unternehmensstrategien, betriebliche Funktionen, Existenzgründung, Rechtsformen, Grundlagen des bürgerlichen Rechts, Handels- und Steuerrechts
- Marketing nach strategischen Vorgaben gestalten: Marktanalyse, Marketingstrategien und -konzepte, Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik, Online-Vertrieb, Vertriebscontrolling, CRM, Beschwerdemanagement, Einkauf und Logistik
- Betriebliches Rechnungswesen, Controlling, Finanzierung und Investitionen gestalten: Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss, Kosten- und Leistungsrechnung, Planungsrechnungen, Controlling, Investitionsrechnung, Finanzierung und Liquidität
- Personalwesen gestalten und Personal führen: Unternehmenskultur, Personalplanung, -auswahl, -entwicklung und -verwaltung, Personalmarketing, Arbeitsrecht, Personalrechnungswesen
- Prozesse betriebswirtschaftlich analysieren und optimieren
- Optional (Variante mit AEVO): berufs- und arbeitspädagogische Qualifikationen – Ausbildungsvoraussetzungen, Ausbildungsplanung, Einstellung, Durchführung und Abschluss der Ausbildung
Karriere
Kaufmännische Leitung im Handwerksbetrieb
Buchhaltung, Kalkulation, Liquidität, Personal und Marketing in einer Rolle gebündelt – die Position, die in wachsenden Betrieben neben der Meisterin oder dem Meister entsteht.
Betriebsnachfolge und Mitunternehmerschaft
Wer einen Betrieb übernimmt oder in die Geschäftsführung eintritt, ohne selbst Meister:in zu sein, bringt mit dem Fachwirt die kaufmännische Qualifikation dafür mit.
Büroleitung und Verwaltung in KMU
Auch außerhalb des Handwerks qualifiziert der Abschluss für die Leitung kaufmännischer Verwaltung in kleinen und mittleren Unternehmen.
Zugangsvoraussetzungen
Erste kaufmännische Kenntnisse hilfreich, etwa aus mehrjähriger Berufserfahrung im kaufmännisch-administrativen Bereich eines Handwerksbetriebs oder kleinen Unternehmens; technische Voraussetzung: PC mit Internetzugang
HWK statt IHK – warum der Kammerweg zählt und wie die AEVO-Pflicht die Variante bestimmt
Der Kaufmännische Fachwirt nach der Handwerksordnung ist das handwerkliche Gegenstück zum Wirtschaftsfachwirt der IHK: gleiche Qualifikationsstufe, gleicher Titelzusatz „Bachelor Professional“, aber Prüfung vor der Handwerkskammer und Zulassungsregeln, die auf Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen zugeschnitten sind – die Berufspraxis muss ausdrücklich kaufmännisch-administrative Aufgaben in solchen Betrieben betreffen. Zugelassen werden unter anderem Kaufleute mit dreijähriger Ausbildung, Meister:innen aller Handwerke, Industrie- und Fachmeister:innen, Techniker:innen, Studierende mit 90 ECTS Betriebswirtschaft plus zwei Jahren Praxis sowie Praktiker:innen mit fünf Jahren Erfahrung. Die zweite Besonderheit ist die berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation: Die Verordnung verlangt ihren Nachweis spätestens vor der letzten Prüfungsleistung – durch eine Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung, Teil IV einer Meisterprüfung oder eine vergleichbare Prüfung. Daher die zwei Varianten: Wer den Nachweis schon besitzt, wählt den 18-monatigen Lehrgang; wer ihn erst erwerben muss, den 22-monatigen mit AEVO-Teil und einer zusätzlichen dreitägigen Online-Veranstaltung. Die Präsenzveranstaltung zur Fachwirt-Prüfung findet laut Register in Hamburg statt – Reisekosten einplanen. Prüfungsgebühren der Kammer kommen hinzu; als Aufstiegsfortbildung ist der Lehrgang über das Aufstiegs-BAföG förderfähig.
Verwandte Studiengänge
Zusätzliche Informationen
Zwei Kursvarianten: mit berufs- und arbeitspädagogischer Qualifikation (22 Monate, 40 Studienhefte) oder ohne (18 Monate, 34 Studienhefte); 4 Lernaufgabensammlungen, Situationsaufgaben, Online-Trainings zu Präsentation und Moderation; die Handwerkskammer erhebt eine gesonderte Prüfungsgebühr; Aufstiegs-BAföG möglich; Betreuungszeit kostenlos verlängerbar; 4 Wochen kostenlos testen; DQR-Niveau 6.
Häufige Fragen
- Welche Variante soll ich wählen?
- Hast du bereits eine AEVO-Prüfung, Teil IV einer Meisterprüfung oder eine vergleichbare Prüfung bestanden, genügt die 18-monatige Variante ohne berufs- und arbeitspädagogischen Teil. Ohne diesen Nachweis brauchst du die 22-monatige Variante – sonst wird der Fachwirt-Abschluss nicht erteilt.
- Worin unterscheidet sich der Abschluss vom Wirtschaftsfachwirt (IHK)?
- Beide stehen auf DQR-Niveau 6 und tragen den Zusatz Bachelor Professional. Der HwO-Fachwirt wird vor der Handwerkskammer geprüft und ist auf Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen zugeschnitten; die Zulassung verlangt Praxis in genau diesem Umfeld.
- Muss ich zur Präsenzveranstaltung reisen?
- Die fünftägige Veranstaltung zur Fachwirt-Prüfung findet laut ZFU-Register in Hamburg statt; die drei Online-Seminare und die AEVO-Vorbereitung laufen digital. Frag die SGD nach aktuellen Terminen und Orten, bevor du buchst.
- Kann ich mit dem Abschluss einen Handwerksbetrieb führen?
- Kaufmännisch ja. Für die Eintragung in die Handwerksrolle in zulassungspflichtigen Handwerken braucht der Betrieb weiterhin eine Meisterin oder einen Meister beziehungsweise eine gleichwertige Qualifikation – der Fachwirt ersetzt den Meisterbrief nicht.
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Stand: 7. Juni 2026 · getstudium Redaktion
