Geprüfte/r Experte/Expertin für Phytotherapie – Pflanzenheilkunde (SGD)
Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten für die Zubereitung und Anwendung von Heilpflanzen – für die Selbstanwendung und für Angehörige von Gesundheitsberufen
- Abschluss
- SGD-Abschlusszeugnis „Grundlagen der Pflanzenheilkunde“ nach Bearbeitung aller Einsendeaufgaben; SGD-Zertifikat „Gepr. Experte/Expertin für Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) (SGD)“ nach Fallstudien, Teilnahme am Online-Seminar und bestandener kostenpflichtiger mündlicher Online-Prüfung
- Art
- institutsinterne Prüfung
- Studienform
- Fernstudium
- Regelstudienzeit
- 12 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 7 Std.
- Selbstlernen gesamt
- 362 Std.
- Präsenz
- Regelmäßige Online-Sprechstunden und eine kostenfreie Online-Veranstaltung, die nur für das Zertifikat verpflichtend ist (laut Register zweieinhalb Tage plus fünf Blöcke à 90 Minuten); fakultatives kostenpflichtiges Seminar zu Zubereitungsarten
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 2.343 €
- Ratenzahlung
- 12 × 195 €
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Phytotherapie ist der Teil der Naturheilkunde mit der besten Evidenzlage: Für Johanniskraut, Baldrian, Pfefferminzöl, Weißdorn oder Efeu gibt es Studien, Monographien der europäischen Arzneimittelbehörde und zugelassene Fertigarzneimittel in jeder Apotheke. Der SGD-Lehrgang nimmt dieses Fach ernst – mit pharmazeutischer Botanik, Inhaltsstoffkunde, Rechtsgrundlagen und Sicherheit, bevor es an die Anwendung nach Organsystemen geht, von Magen und Darm über Atemwege, Haut und Bewegungsapparat bis zu Psyche, Herz und Kreislauf, jeweils mit Kapiteln zu Kindern und älteren Menschen. Das Material ist ungewöhnlich handfest: 17 Studienhefte, zwei Fallstudienhefte, ein Heilpflanzenführer und zehn getrocknete Arzneipflanzen in Arzneibuchqualität, mit denen du Tees, Tinkturen und Salben selbst herstellst und per Kamera dokumentierst. Zwölf Monate bei sechs bis acht Wochenstunden, Online-Sprechstunden inklusive; für das Zertifikat kommen ein Online-Seminar und eine kostenpflichtige mündliche Online-Prüfung hinzu, deren Gebühr laut Register bereits in den Raten steckt. Die wichtigste Klarstellung steht auf der Kursseite selbst: Wer Heilpflanzen beruflich an anderen anwenden will, braucht medizinische Fachkenntnisse oder einen Gesundheitsberuf. Der Grund ist das Heilpraktikergesetz – die Behandlung Kranker ist Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen vorbehalten. Für alle anderen ist der Kurs eine fundierte Ausbildung in Selbstmedikation und Gesundheitsförderung, kein Weg in die Behandlung Dritter.
Inhalte
- Grundlagen: Pflanzen bestimmen, Einführung in Phytotherapie und pharmazeutische Botanik
- Rechtsgrundlagen und Sicherheit bei der Anwendung von Phytopharmaka
- Arzneipflanzenkunde, pflanzliche Zubereitungen, Phytopharmaka, Pflanzeninhaltsstoffe
- Heilpflanzen anwenden nach Organsystemen: Verdauung, Leber und Stoffwechsel, Atemwege, Niere und Harnwege, Haut und Bewegungsapparat, Gynäkologie und Endokrinologie, Psyche und Nerven, Herz-Kreislauf
- Heilpflanzen bei Kindern (Pädiatrie) und Senioren (Geriatrie)
- Exkurs Aromatherapie: ätherische Öle, Anwendungsformen, Räuchern
- Fallstudien: Selbstmedikation und berufsmäßige Anwendung
Karriere
Erweiterung für Heilpraktiker:innen und Pflegeberufe
Heilpraktiker:innen, Pflegefachkräfte, Apothekenpersonal und Physiotherapeut:innen ergänzen ihr Angebot um fundierte Heilpflanzenanwendung – im Rahmen ihrer jeweiligen Befugnisse.
Beratung im Handel und in der Gesundheitsförderung
Reformhäuser, Apotheken (Beratung ohne Heilkunde), Kräuterpädagogik und Präventionsangebote suchen Menschen, die Pflanzen und ihre Wirkstoffe kennen.
Kräuterkurse und Selbstmedikation
Wildkräuterführungen, Herstellungsworkshops und Vorträge – ein Feld, das ohne Heilkundeerlaubnis offensteht, solange keine Behandlung versprochen wird.
Zugangsvoraussetzungen
Keine besonderen Vorkenntnisse; für die berufliche Anwendung von Heilpflanzen sind medizinische Fachkenntnisse oder ein Gesundheitsberuf erforderlich. Technik: Computer, Tablet oder Smartphone mit Kamera (für praxisbezogene Einsendeaufgaben) und Internetzugang; handelsübliche Materialien für Zubereitungen
Evidenz, Arzneimittelrecht und Heilpraktikergesetz – der Rahmen für Pflanzenheilkunde
Drei Regelwerke bestimmen, was du mit diesem Wissen tun darfst. Erstens das Heilpraktikergesetz: Kranke zu behandeln ist Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen vorbehalten – Phytotherapie an Dritten mit Heilversprechen ist ohne Erlaubnis nicht zulässig, auch nicht mit Zertifikat. Zweitens das Arzneimittelrecht: Wer pflanzliche Zubereitungen für andere herstellt und abgibt, bewegt sich schnell im Bereich zulassungspflichtiger Arzneimittel; Tees und Kosmetika sind anders geregelt als Tinkturen mit Anwendungsgebiet. Der Lehrgang behandelt beides in einem eigenen Heft, und das ist einer seiner Stärken. Drittens die Evidenz: Die Kommission E und das europäische HMPC haben für viele Heilpflanzen Wirksamkeit und Dosierung bewertet – der Kurs stützt sich auf diese Monographien, und du solltest lernen, zwischen belegter Wirkung, traditioneller Anwendung und Marketing zu unterscheiden. Wechselwirkungen sind kein Randthema: Johanniskraut etwa beeinflusst den Abbau vieler Medikamente. Für die Einordnung des Abschlusses gilt: Zeugnis und Zertifikat sind institutsintern; ein staatlicher Abschluss in Phytotherapie existiert in Deutschland nicht, Ärzt:innen erwerben die Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren über die Landesärztekammern. Förderung: Bildungsgutschein möglich, Aufstiegs-BAföG nicht.
Verwandte Studiengänge
Zusätzliche Informationen
17 Studienhefte, 2 Fallstudienhefte, Heilpflanzenführer, Begleitheft, zehn getrocknete Arzneipflanzen in Arzneibuchqualität; für praktische Zubereitungen fallen geringe Materialkosten an (Weingeist, Zucker, Filter); Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich; 4 Wochen kostenlos testen.
Häufige Fragen
- Darf ich nach dem Kurs Patient:innen behandeln?
- Nur, wenn du ohnehin dazu befugt bist – als Ärztin, Arzt oder Heilpraktiker:in. Für alle anderen gilt das Heilpraktikergesetz; der Kurs qualifiziert für Selbstmedikation, Gesundheitsförderung und Beratung ohne Behandlungsanspruch.
- Was ist an Material dabei?
- 17 Studienhefte, zwei Fallstudienhefte, ein Heilpflanzenführer und zehn getrocknete Arzneipflanzen in Arzneibuchqualität. Für eigene Zubereitungen brauchst du handelsübliche Zutaten wie Weingeist, Zucker und Filter.
- Wie läuft die Zertifikatsprüfung?
- Nach den Fallstudien und der Teilnahme am Online-Seminar legst du eine mündliche Online-Prüfung ab. Sie ist kostenpflichtig; laut ZFU-Register ist die Gebühr in den Raten enthalten – frag bei der Anmeldung nach dem aktuellen Stand.
- Ist Phytotherapie wissenschaftlich anerkannt?
- Für viele Heilpflanzen ja: Es gibt zugelassene Fertigarzneimittel und Monographien europäischer Behörden zu Wirksamkeit und Dosierung. Der Kurs lehrt, diese Belege von traditionellen Anwendungen ohne Nachweis zu unterscheiden.
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Stand: 13. Juli 2026 · getstudium Redaktion
