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LPI · Prüfung 101-500 + 102-500

LPIC-1 – Linux Administrator

LPIC-1 ist der bekannteste herstellerneutrale Linux-Nachweis im deutschsprachigen Raum: Das Linux Professional Institute bescheinigt damit, dass du ein Linux-System installierst, an der Kommandozeile verwaltest, Benutzer, Rechte, Pakete, Dateisysteme, Prozesse, Dienste, Netzwerk und Sicherheit im Griff hast – unabhängig von der Distribution. Version 5.0 besteht aus zwei Prüfungen: 101-500 (Systemarchitektur, Installation, GNU- und Unix-Befehle, Dateisysteme) und 102-500 (Shell-Skripte, Oberflächen, Administration, Dienste, Netzwerk, Sicherheit). Jede Prüfung dauert 90 Minuten mit 60 Fragen, läuft über Pearson VUE – im Testcenter oder online – und ist auf Deutsch verfügbar. Das Zertifikat gilt fünf Jahre. Voraussetzungen gibt es keine; die Prüfungen dürfen in beliebiger Reihenfolge abgelegt werden, das Zertifikat kommt mit der zweiten.

Fakten zur Prüfung

Prüfungscode
101-500 + 102-500
Niveau
Associate
Themenfeld
Linux & Open Source
Dauer
90 Minuten
Fragen
je Prüfung 60 Fragen (Multiple-Choice und Lückentext); beide Prüfungen 101 und 102 sind nötig
Bestehensgrenze
500 von 800 Punkten je Prüfung (LPI-Skala)
Prüfungssprache
Deutsch verfügbar (auch Englisch, Japanisch, Portugiesisch u. a.)
Preis
320 € (Stand 8. September 2026)
Gültigkeit
5 Jahre, verlängerbar
Prüfungsabnahme
Pearson VUE (Testcenter oder online über OnVUE); Prüfungsgutscheine im LPI Marketplace oder Buchung direkt bei Pearson VUE

Voraussetzungen: Keine. LPI empfiehlt Erfahrung mit der Linux-Kommandozeile; Linux Essentials ist ein optionaler Einstieg, keine Voraussetzung.

Verlängerung: Nach fünf Jahren erneutes Bestehen der aktuellen LPIC-1-Prüfungen oder Erwerb einer höheren Stufe (LPIC-2), die LPIC-1 mit aktiviert

Quelle: Prüfungsseite bei LPI · Preis: zwei Prüfungen à 160 € laut LPI-Preisliste für Deutschland (Pearson VUE, netto); Gutscheine im LPI Marketplace 176 € je Prüfung

So bereitest du dich vor

  1. 1. Kostenloser Lernpfad des Herstellers

    LPI stellt die Prüfungsinhalte und einen Lernpfad kostenlos bereit – die verbindliche Quelle für Umfang und Gewichtung. Zum Lernpfad (öffnet in neuem Tab)

  2. 2. Deutschsprachige Online-Kurse

    Kurse und Übungsfragen aus unserem Verzeichnis, die genau diese Prüfung vorbereiten – Details, Preis und Anbieter-Link (Affiliate-Link, Werbung) auf der Kursseite.

  3. 3. Praxistest im Prüfungsformat

    MeasureUp bietet einen Praxistest zu 101-500 + 102-500 mit Fragen im Prüfungsformat, Erklärungen und Zeitmodus – Preis in Euro auf der Shopseite. Affiliate-Link (Werbung).

    Praxistest 101-500 + 102-500 bei MeasureUp (öffnet in neuem Tab)
  4. Prüfung buchen

    Abnahme über Pearson VUE (Testcenter oder online über OnVUE); Prüfungsgutscheine im LPI Marketplace oder Buchung direkt bei Pearson VUE. Zur Buchung bei LPI (öffnet in neuem Tab)

Was die beiden Prüfungen abfragen

Prüfung 101-500 deckt vier Themenblöcke ab: Systemarchitektur (Hardware, Bootvorgang, Runlevel und systemd-Targets), Linux-Installation und Paketverwaltung (Partitionierung, Bootloader, Shared Libraries, dpkg/apt und rpm/dnf), GNU- und Unix-Befehle (Kommandozeile, Textfilter, Dateiverwaltung, Streams und Pipes, Prozesse, Prioritäten, reguläre Ausdrücke, vi) sowie Geräte, Dateisysteme und Dateihierarchie (Partitionen, Dateisystemintegrität, Mounten, Rechte, Links, FHS). Prüfung 102-500 folgt mit Shells und Shell-Skripten, Oberflächen und Desktops (X11, Wayland, Barrierefreiheit), administrativen Aufgaben (Benutzer und Gruppen, Zeitplanung mit cron und systemd-Timern, Lokalisierung), wesentlichen Systemdiensten (Zeit, Logging, MTA-Grundlagen, Drucken), Netzwerkgrundlagen (TCP/IP, Konfiguration, Fehlersuche, DNS-Clients) und Sicherheit (Rechte, Hostsicherheit, SSH, GnuPG). Die Fragen sind Multiple-Choice mit einer oder mehreren Antworten plus Lückentext, in dem du den Befehl selbst tippst – Auswendiglernen der Optionen ist Pflicht. LPI gewichtet die Ziele in den Lehrplänen; das Ergebnis ist ein skalierter Wert, bestanden ab 500 von 800.

Auf Deutsch, herstellerneutral – und wo LPIC-1 zu Linux+ und RHCSA steht

LPIC-1 gibt es auf Deutsch – im Testcenter und online über OnVUE –, die deutschen Lernmaterialien des LPI sind kostenlos, und die Zahl deutschsprachiger Kurse ist so groß wie bei kaum einer anderen IT-Zertifizierung; vier davon stehen auf dieser Seite. Gegenüber CompTIA Linux+ (nur Englisch, eine Prüfung, mehr Automatisierung) ist LPIC-1 in Deutschland bekannter; gegenüber dem RHCSA von Red Hat ist es eine Wissensprüfung, keine praktische Laborprüfung, und distributionsneutral – wer in einer Red-Hat-Umgebung arbeitet, hängt später den RHCSA an. Übe trotzdem praktisch: eine Debian- oder Ubuntu- und eine Fedora- oder Rocky-Installation, um beide Paketwelten zu kennen; die Lückentextfragen verlangen exakte Befehle.

Kosten, Gültigkeit und Einordnung

Die LPI-Preisliste nennt für Deutschland einen Preis je Prüfung (siehe Fakten, zwei Prüfungen nötig); im LPI Marketplace kosten Gutscheine etwas mehr, Schulungsanbieter bündeln Kurs und Prüfung. Das Zertifikat gilt fünf Jahre; verlängert wird durch erneutes Bestehen oder durch LPIC-2, das LPIC-1 mit aktiviert. Im deutschen Stellenmarkt ist LPIC-1 der Standardnachweis für Linux-Administration, Hosting und Rechenzentrumsbetrieb – häufig ausdrücklich genannt, während Linux+ selten vorkommt. Für Kubernetes-Betrieb folgt die CKA, für Red-Hat-Umgebungen der RHCSA. LPIC-1 bleibt ein Verbandszertifikat – kein Abschluss; ein akademisches Fundament bieten die Fernstudiengänge zu IT-Management, Kurse zur Zertifizierung das Regal Linux-Zertifizierungen.

Häufige Fragen

Muss ich beide Prüfungen bestehen?
Ja. LPIC-1 gibt es erst nach 101-500 und 102-500. Die Reihenfolge ist frei, ein Zeitlimit zwischen den Prüfungen gibt es nicht – beide müssen aber zur selben Version (5.0) gehören.
Ist LPIC-1 auf Deutsch?
Ja, im Testcenter und online über OnVUE. Auch die kostenlosen LPI-Lernmaterialien und viele Kurse sind deutsch; die Befehle und Optionen bleiben natürlich englisch.
Brauche ich Linux Essentials vorher?
Nein. Linux Essentials ist ein eigenständiges Einstiegszertifikat für Schüler:innen und Umsteiger:innen, keine Voraussetzung. Wer schon administriert, startet direkt mit LPIC-1.
LPIC-1 oder Linux+?
LPIC-1 für den deutschsprachigen Markt (Deutsch, bekannter, zwei Prüfungen); Linux+ für die CompTIA-Reihe und Automatisierungsanteile, nur auf Englisch. Wer in einer Red-Hat-Umgebung arbeitet, nimmt zusätzlich den RHCSA.

Wie es weitergeht

Herstellerzertifikat – kein Hochschulabschluss und keine staatlich zugelassene Fortbildung. Fakten von der Prüfungsseite des Herstellers; Preise sind Listenpreise, die je Land und Steuer abweichen können.

Stand: 8. September 2026 · getstudium Redaktion