Staatlich geprüfte/r Techniker/in (Bachelor Professional in Technik) – Chemietechnik
Weg zur bayerischen Technikerprüfung der Fachrichtung Chemietechnik in Bayern
- Abschluss
- Staatliche Technikerprüfung an einer Fachschule in Bayern – Abschluss „Staatlich geprüfte/r Chemietechniker/in (Bachelor Professional in Technik)“; SGD-Abschlusszeugnis nach erfolgreicher Kursteilnahme
- Art
- schulisch/staatlich
- Studienform
- Fernstudium
- Regelstudienzeit
- 42 Monate
- Lernaufwand/Woche
- ca. 15 Std.
- Selbstlernen gesamt
- 2710 Std.
- Präsenz
- Vier verpflichtende Seminare: ein einwöchiges Grundlagenseminar und drei zweiwöchige Fachseminare, davon eine Woche Laborpraktikum in München an der prüfenden Fachschule
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 9.102 €
- Ratenzahlung
- 42 × 206 €
- davon Prüfungsgebühr
- 450 €
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters (öffnet in neuem Tab).
Überblick
Chemielaborant:innen, Chemikant:innen und Pharmakant:innen stoßen nach einigen Jahren an eine Decke: Die Schichtleitung, die Laborleitung, die Betriebsassistenz verlangen den Techniker. Der Staatlich geprüfte Chemietechniker ist die Fachschulqualifikation dafür – seit 2020 mit dem Zusatz „Bachelor Professional in Technik“ und im Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 eingeordnet, dem Bachelor gleichgestellt. Der SGD-Lehrgang zielt auf die bayerische Staatsprüfung und ist entsprechend umfangreich: rund 150 Studienhefte, 42 Monate bei 15 Wochenstunden, dazu vier verpflichtende Seminare – ein Grundlagenseminar und drei zweiwöchige Fachseminare, darunter eine Laborwoche an der prüfenden Fachschule in München. Der Stoff spannt sich von allgemeiner, physikalischer, analytischer und organischer Chemie über technische Chemie, Polymerchemie und instrumentelle Analytik bis zu Arbeitsschutz, Umwelttechnik, Recht und Betriebswirtschaft; Deutsch, Englisch, Mathematik und Politik gehören als allgemeinbildender Teil zur Fachschule dazu. Ehrlich bleibt der Aufwand: Über 2.700 Stunden Selbstlernzeit neben dem Beruf sind ein Marathon, und die Gebühr der Fachschule wird zusätzlich zu den Lehrgangskosten fällig. Dafür ist der Abschluss ein staatlicher, kein Instituts-Zertifikat – und in der chemischen Industrie die klassische Stufe zwischen Facharbeit und Ingenieurstudium.
Inhalte
- Allgemeinbildender Bereich: Deutsch, Englisch, Mathematik, Wirtschaftskunde sowie Politik und Gesellschaft, Betriebspsychologie
- Allgemeine und anorganische Chemie, physikalische Chemie, analytische und instrumentelle Analytik
- Organische Chemie, technische Chemie, Polymerchemie
- Physik und Informationstechnik
- Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz, Recht im Chemiebetrieb, Umweltschutz, -analytik und -technik
- Betriebswirtschaftliche Prozesse: Kosten- und Leistungsrechnung, Kalkulation, Personalwirtschaft
- Laborpraktikum an der prüfenden Fachschule
Karriere
Labor- und Schichtleitung in der chemischen Industrie
Der Techniker ist die übliche Qualifikation für die Leitung von Laboren, Produktionsschichten und Betriebsabschnitten in Chemie, Pharma und Kunststoff.
Qualitätssicherung und Analytik
Instrumentelle Analytik, Methodenauswahl und Bewertung von Ergebnissen sind Prüfungsstoff – Kernaufgaben in QS-Laboren und Prüfinstituten.
Umwelt- und Verfahrenstechnik
Umweltanalytik, Abwasser- und Abluftbehandlung sowie thermische und mechanische Trennverfahren öffnen Stellen in Umwelttechnik und Verfahrensentwicklung.
Zugangsvoraussetzungen
Abgeschlossene, fachlich geeignete Berufs- oder Assistentenausbildung oder mindestens vier Jahre Berufspraxis im Chemiebereich; Technik: Computer, Tablet oder Smartphone mit Internetzugang, Microsoft Office mit Excel und Access
Fachschulabschluss aus Bayern – was die staatliche Prüfung verlangt und was danach geht
Anders als IHK- oder Institutsabschlüsse ist der Chemietechniker ein Schulabschluss: Geprüft wirst du an einer bayerischen Fachschule für Technik nach der dortigen Fachschulordnung, der Fernlehrgang ersetzt den zweijährigen Vollzeitunterricht. Daraus folgen drei Dinge. Erstens die Allgemeinbildung – Deutsch, Englisch, Mathematik, Politik und Gesellschaft sind Prüfungsfächer, nicht Beiwerk. Zweitens die Präsenz: vier Seminare sind verpflichtend, die Laborwoche findet in München an der prüfenden Schule statt, dazu kommen Reise- und Übernachtungskosten und Urlaubstage. Drittens die Zulassung: Berufsschulabschluss plus passende Ausbildung und ein Jahr Praxis, alternativ fünf Praxisjahre im Fach; wer die Praxisjahre erst während des Kurses voll bekommt, kann sie anrechnen lassen. Der Abschluss ist bundesweit anerkannt, trägt den Zusatz Bachelor Professional in Technik und berechtigt in allen Ländern zum Hochschulstudium – einige Hochschulen rechnen Technikerleistungen auf ein Ingenieurstudium an. Gefördert wird der Lehrgang über das Aufstiegs-BAföG, weil der Techniker eine Aufstiegsfortbildung ist, und die SGD führt ihn als Maßnahme für den Bildungsgutschein.
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Zusätzliche Informationen
Rund 150 Studienhefte, Audio-Englischkurs, Lernprogramm zu Office-Anwendungen; staatliche Prüfungsgebühr gesondert; Anrechnung von Credit Points an der Wilhelm Büchner Hochschule möglich; Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich; 4 Wochen kostenlos testen; DQR-Niveau 6.
Häufige Fragen
- Wo finden Seminare und Prüfung statt?
- Die staatliche Prüfung und die Laborwoche finden an der prüfenden Fachschule in München statt; die übrigen Seminarorte nennt die SGD bei der Anmeldung. Vier Seminare sind verpflichtend.
- Ist der Abschluss dem Bachelor gleichwertig?
- Er ist auf DQR-Niveau 6 eingestuft und trägt den Zusatz Bachelor Professional in Technik. Gleichwertig heißt nicht gleichartig: Es ist ein Fachschulabschluss, kein akademischer Grad, aber er öffnet den Hochschulzugang.
- Wie viel Zeit muss ich einplanen?
- Die SGD empfiehlt 42 Monate bei 15 Stunden pro Woche; das Register weist rund 2.700 Stunden Selbstlernzeit plus die Seminare aus. Die Betreuungszeit lässt sich verlängern.
- Wird der Lehrgang gefördert?
- Ja, über das Aufstiegs-BAföG als Aufstiegsfortbildung sowie per Bildungsgutschein über die Arbeitsagentur. Die Prüfungsgebühr der Fachschule ist gesondert ausgewiesen.
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