Architektur (B.A.)
Akademischer Erstabschluss (B.A.) als Grundlage der Architekten-Laufbahn, praxisintegriert beim Partnerbetrieb
- Abschluss
- Bachelor of Arts (B.A.)
- Art
- Hochschul-Bachelor
- Studienform
- Duales Studium
- Credit-Points
- 180 ECTS
- Regelstudienzeit
- 8 Semester
- Studienorte
- Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart
- Praxis
- 24 Std./Woche
- Eignungsprüfung
- Gestalterische Eignungsprüfung (GEP)
Kosten & Gebühren
- Gesamtkosten
- 0 € – Praxispartner zahlt
Das Praxispartner-Unternehmen trägt die Studiengebühren und zahlt in vielen Fällen eine monatliche Vergütung.
Angaben ohne Gewähr. Preise und Konditionen können sich ändern – bitte prüfe die aktuellen Studiengebühren auf der Kursseite des Anbieters.
Überblick
Architektur verbindet Gestaltung, Technik und Verantwortung: Wer Gebäude entwirft, prägt, wie Menschen wohnen und arbeiten. Im dualen Bachelor Architektur der IU lernst du das Handwerk vom Entwurf über Konstruktion und Tragwerk bis zu Baurecht, Kosten- und Terminplanung – und wendest es parallel im Architektur- oder Planungsbüro deines Praxispartners an. Der Studiengang ist seit Oktober 2024 akkreditiert und wird als duales Präsenzstudium an sechs Campus-Standorten angeboten. An zwei Tagen pro Woche besuchst du Lehrveranstaltungen in kleinen Gruppen, an drei Tagen arbeitest du im Betrieb (24 Stunden pro Woche). Der Bachelor ist der erste Schritt der Architekten-Laufbahn: Für die geschützte Berufsbezeichnung „Architekt:in“ und die Eintragung in eine Architektenkammer folgen ein konsekutiver Master sowie mindestens zwei Jahre Berufspraxis.
Studienverlauf
1. Semester
- Baukonstruktion – Grundlagen
- Entwerfen: Grundlagen
- Praxisprojekt Gebäudelehre: Grundlagen
2. Semester
- Grundlagen der Baustoffkunde
- Baugeschichte I
- Entwerfen: Wohnungsbau
- Praxisprojekt Gebäudelehre: Wohnen
3. Semester
- Baukonstruktion – Holzbau
- Entwerfen: Öffentliche Bauten
- Praxisprojekt Gebäudelehre: Öffentliche Bauten
4. Semester
- Baugeschichte II
- Konstruktionssysteme
- Entwerfen: Büro- und Industriebauten
- Praxisprojekt Gebäudelehre: Büro- und Industriebauten
5. Semester
- Freiraumplanung
- Entwerfen: Städtebau
- Praxisprojekt: Typologien städtischer Architekturen
6. Semester
- Gebäudetechnik
- Bauphysik
- Entwerfen: Bauen mit Bestand
- Praxisprojekt Gebäudelehre: Sonderbaukonzept
7. Semester
- Tragwerkslehre und Bemessung
- Privates und öffentliches Baurecht
- Kosten- und Terminplanung
- Architekturtheorie
Wahlpflicht (Auswahl): Post-Wachstum-Stadt, Tektonik im Holzbau oder Digitale Entwurfswerkzeuge
8. Semester
- Vorbereitung Bachelorarbeit: Grundlagenermittlung
- Bachelorarbeit Architektur
Wahlpflicht (Auswahl): Permanenz und urbane Artefakte, Nachhaltiges Bauen oder Experimentelles Entwerfen
Karriere
Architektur- und Planungsbüros
Der klassische Einstieg: In Architektur- und Planungsbüros arbeitest du am Entwurf, an der Genehmigungs- und Ausführungsplanung, an der Vergabe und an der Bauleitung mit. Du erlebst, wie in der Generalplanung die Fachdisziplinen – Tragwerk, Haustechnik, Elektro, Verkehr – zusammengeführt werden, und findest dabei oft schon heraus, auf welchen Bereich du dich später spezialisieren möchtest.
Öffentlicher Dienst
Bei Bund, Ländern und Kommunen plant und betreut die öffentliche Hand ein breites Gebäudespektrum – von Kindergärten über Turnhallen bis zu Museen. Neben dem Neubau gehören Instandhaltung, Sanierung und Denkmalschutz dazu; in kleineren Kommunen kommen Aufgaben wie Budgetplanung und Objektbetreuung hinzu.
Bau- und Immobilienwirtschaft
In Bauunternehmen und der Immobilienwirtschaft sind die Verdienstmöglichkeiten häufig höher als im klassischen Büro. Mit Verhandlungsgeschick auf der Baustelle kannst du als Bauleiter:in arbeiten; in der Projektentwicklung verantwortest du Neubauten sowie Umnutzungs- und Sanierungskonzepte für Bestandsimmobilien.
Zugangsvoraussetzungen
Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur/Fachabitur); alternativ ohne Abitur mit abgeschlossener, mindestens zweijähriger Berufsausbildung und mindestens dreijähriger Berufserfahrung, mit Meister:innenprüfung oder als staatlich geprüfte:r Techniker:in bzw. Betriebswirt:in (ggf. Probestudium). Zusätzlich verpflichtend: das Bestehen der gestalterischen Eignungsprüfung (GEP). Für internationale Bewerber:innen sind Deutschkenntnisse auf Niveau B2 nachzuweisen. Studienstart ist einmal jährlich zum 1. Oktober (Bewerbung bis einen Monat vorher).
Der Weg zur Architekt:in
Der Bachelor ist ein erster berufsbefähigender Schritt – die geschützte Berufsbezeichnung „Architekt:in“ darfst du erst nach der Eintragung in die Liste einer Architektenkammer führen. Dafür ist in der Regel ein akademischer Umfang von 300 ECTS nötig: Auf den Bachelor (180 ECTS) folgt ein konsekutiver Master (120 ECTS); in einigen Bundesländern genügt alternativ ein Architektur-Bachelor mit 240 ECTS. Hinzu kommen mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung unter Anleitung einer bzw. eines eingetragenen Architekt:in – nachweisbar in allen einschlägigen Leistungsphasen – sowie, je nach Kammer, Fortbildungspunkte. Über die Eintragung in die Architektenliste entscheidet anschließend die zuständige Architektenkammer.
Gestalterische Eignungsprüfung (GEP)
Architektur ist ein gestalterischer Studiengang – neben der Hochschulzugangsberechtigung weist du deine gestalterische Eignung in einer eigenen Prüfung nach. Die GEP besteht aus zwei Teilen: einem kurzen Motivationsschreiben, in dem du beschreibst, warum du Architektur studieren möchtest, und einer praktischen Gestaltungsaufgabe, die du mit bis zu zehn Bildern im A4-Querformat als zusammenhängende PDF-Datei dokumentierst. Vorerfahrung brauchst du dafür nicht. Die Prüfung ist gebührenfrei und darf bis zu dreimal abgelegt werden. Für einen Start zum 1. Oktober empfiehlt die IU, die GEP bis spätestens 10. September einzureichen – die Korrektur kann bis zu drei Wochen dauern. BAföG fließt erst, wenn die GEP bestanden ist.
Häufige Fragen
- Brauche ich gute Mathe- und Physikkenntnisse?
- Ein solides Grundverständnis hilft: Tragwerkslehre, Bauphysik und Konstruktion bauen auf naturwissenschaftlichen Grundlagen auf. Du musst kein Mathe-Ass sein, solltest diesen Themen aber offen gegenüberstehen – die nötigen Grundlagen werden im Studium aufgebaut.
- Welche Anforderungen muss mein Praxispartner erfüllen?
- Das Unternehmen sollte im Bereich Architektur tätig sein und dich während des dualen Studiums fachlich begleiten, fördern und fordern können – etwa ein Architektur- oder Planungsbüro, ein Bauunternehmen oder eine Bauabteilung im öffentlichen Dienst.
- Wie finde ich einen passenden Praxispartner?
- Deine persönliche Studienberatung unterstützt dich bei der Suche und der Bewerbung und kennt passende Unternehmen. Du kannst dich aber ebenso selbst auf die Suche machen – hol dir dafür am besten vorab ein paar Tipps aus der Beratung.
- Wie läuft die Tätigkeit beim Praxispartner ab?
- Theorie und Praxis laufen idealerweise parallel: Das Unternehmen orientiert sich am Ausbildungsleitfaden, der für jedes Semester die behandelten Module festhält. So setzt du dein fachliches Wissen direkt in echten Projekten um.
- Was kostet die gestalterische Eignungsprüfung – und wie oft darf ich antreten?
- Die GEP ist gebührenfrei. Du kannst sie bis zu dreimal ablegen; bestehst du sie auch im dritten Versuch nicht, ist eine Zulassung zum dualen Architektur-Studium leider nicht möglich.
- Werde ich mit dem Bachelor automatisch Architekt:in?
- Nein. Der Bachelor ist der erste Schritt; die geschützte Berufsbezeichnung setzt einen konsekutiven Master, mindestens zwei Jahre Berufspraxis und die Eintragung in eine Architektenkammer voraus. Die Details findest du oben im Abschnitt „Der Weg zur Architekt:in“.
